Ja, es hat eine Weile gedauert, bis Du Dich aus dem Corona-Tief meldest. Heute ist der 15. März 2021 – genau ein Jahr nach dem ersten Lockdown. Eine lange Zeit, in der manche viel erlebt haben und andere wenig. Aber uns alle verbindet die Sehnsucht nach Frühling, Sonne, Begegnungen und nach Reisen. Bis es soweit ist, erzählst Du aus unserem Dorf. Viel Neues gibt es nicht – Anthering ist noch immer das Naturdorf vor Salzburg. Und wenn Du Natur sagst, meinst Du auch Natur.
Jetzt beginnt die Zeit, in der die Landwirte mit den Miststreuern ausrücken. Du weißt, wie es dann riecht. Manche schimpfen, dabei ist es wichtig für das Wachstum der Wiesen. Das hat Dich neugierig gemacht, welche Düfte man sonst noch im Ort entdeckt.
Die Düfte von Anthering
Auf dem Weg ins Dorf kommst Du an einem Bach vorbei, wo Brunnenkresse wächst – heute selten geworden, aber perfekt für Erdäpfelsalat. Ihr Duft ist scharf, fast wie Kren. Mit „offener Nase“ kann man sogar erahnen, wie kaltes Wasser „riecht“ – frisch eben. Die Erde daneben duftet nach Leben.
In der Hangstraße liegt die Salzburger Ölmühle. Schon von außen steigt Dir der Duft von Leinsamen und Mandeln entgegen. Entlang des Schaukelweges raschelt noch das Laub, im Wald riecht es leicht moderig. Die Bäume wachen gerade erst auf.
Gerüche im Ortszentrum
Auf dem Weg ins Zentrum kommst Du zuerst an der Bäckerei Schmidhuber vorbei – Zeit, den Duft von frischem Gebäck einzuatmen. Das Schwarzbrot ist im ganzen Land beliebt. Christian macht sogar „Brotzentig“, einen besonderen Whisky.
Dann geht es vorbei an den Alpakas der Familie Macherhammer und weiter in den Kräutergarten, wo erste Pflanzen aus der Erde spitzen. Beim Sperlbauer, genau gegenüber der Kirche, duftet es nach Leberkäse und Speck. Dort bekommst Du Fleisch, Eier, Gemüse, Käse und Jause.
Ein paar Meter weiter befindet sich die Duftrose – das Blumengeschäft. Kräuter stehen schon bereit, und drinnen empfängt Dich ein Meer aus Düften: Rosen, Tulpen, Ranunkeln. Beim Friseur Jedermann breiten sich sofort feine Parfumnoten aus.
Weiter geht’s Richtung Rückweg: Beim Bella Mare gibt’s ein bisschen Italien im Dorf – selbst im Lockdown bäckt Rudi Pizzen und grillt Köstlichkeiten. Gemeinde und Feuerwehr riechen zwar nach wenig, aber ohne sie wären wir hilflos, wenn’s brennt.
Das Hotel Ammerhauser ist leider lange geschlossen. Wie sehr freuen wir uns auf Kaffeeduft im Gastgarten, laue Abende mit Musik und gutem Essen. Diese Düfte bleiben unvergessen.
Du siehst: Nach 45 Minuten unterwegs hast Du schon so viel „erriechen“ können.
Von wegen LANDLUFT!!! Du magst ALLES – und das bitte ganz bald.